Bibliodrama auf dem Marktplatz

Die IGB auf dem "Markt der Möglichkeiten" am Bodensee-Kirchentag (BOKT) in Schaffhausen
17. September 2022. Bruno Fluder

Zum 2. Mal war die IGB mit einem Stand am BOKT vertreten (nach 2016 in Kreuzlingen/Konstanz). Das Thema Bibel war mehrfach unter den knapp 20 Ständen repräsentiert, neben kath. Bibelwerk, evang. Bibelgesellschaft und Bibellesebund. Die neue Beachflag der IGB und ein neuer Imageflyer kamen zum Einsatz.

Einerseits wurde die Sache des Bibliodramas, „die Bibel ins Spiel bringen“, den Gästen erklärt und aktuelle Angebote mit Flyern vorgestellt. Grosse Egli-Figuren wirkten als Eyecatcher. Nicht nur Kinder waren fasziniert vom grossen Kamel.

Und dann gab es ein einzigartiges Experiment: Tisch-Bibliodrama am Marktstand. Kleine Gruppen von 1-3 Personen, die Interesse hatten, Bibliodrama mal selber zu erleben, wurden zuerst eingeladen, den Text zum Kirchentagsmotto „Nach uns die Sintflut“ zu lesen: Gen 8,15-22: Noah verlässt mit seiner ganzen Truppe den Kasten der Arche und Gott verspricht, die Erde nie mehr zu verwüsten.
2. Schritt: Die Gruppe stellt mit den bereitgestellten Figuren und – wenn gewünscht – mit einem Schiff oder einer Kartonschachtel auf dem Tisch, auf einem Tuch als Bühne, die Szene so dar, wie sie ihnen jetzt gerade wichtig ist.
3. Schritt: Jede:r ist eingeladen, für sich eine der Rollen auf der Bühne auszuwählen und sich mit ihr zu identifizieren und die Situation aus deren Perspektive zu betrachten. Dann interviewt der Spielleiter jede:n einzelne:n in dieser Rolle. Wenn möglich halten sie dabei mit einem Finger Kontakt zu ihrer Figur.
4. Schritt: Die Rollen haben die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, evtl. auch die Szene auf der Bühne/auf dem Tisch zu verändern.
5. Schritt: Nach der Verabschiedung von ihrer Rolle entsteht ein Gespräch über das, was im Spiel erlebt wurde. Auch war des Öftern die Frage im Raum, was das Rollenerleben von vorher mit ihrem Leben zu tun haben könnte.

Im Verlauf des Tages sind vier solcher Spiele zustande gekommen, einmal davon auch mit Kindern (der Junge hiess zufällig auch Noah). Und für alle Bibliodrama-Neulinge war die Erfahrung überraschend. Sie entdeckten sehr aktuelle Aspekte im altbekannten Text. Und waren oft erstaunt, wie schnell sie sich in ihre biblische Figur hineinversetzen konnten. Die Interventionen dauerten jeweils 10 bis 20 Minuten. Und nie war das rege Markttreiben drumherum störend.

Wie hatte schon der Jesuit und Brückenbauer zwischen Zen und Christentum Enomya Lassalle (1898-1990) auf die Frage geantwortet, wohin der Weg der Meditation führe? Nicht in die Einsiedelei oder Grübelei. Nein, auf den Marktplatz. Bibliodrama hat nun diesen Weg auch gefunden.

Herzlichen Dank an Margrit Haldimann, Marianne Jörg und Donat Oberson fürs Ausharren bei wechselhaftem Wetter und kühlen Temperaturen!

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Ein Gedanke zu “Bibliodrama auf dem Marktplatz

  1. Oh ja, spielerisch, tiefgründig, überraschend! Wie schade, dass es dieses Angebot von dir, in der Peterskapelle nicht mehr gibt!! Vielen Dank für diese Mail!
    Herzlich, Beatrice

    Like

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